Curatorial project

 

Field of Codes 

Exhibition & Publication

Marcel Hiller, Julian Irlinger, Sven Johne, Hiwa K, Katrin Mayer, Max Schaffer

Ilka Becker, Hans-Christian Dany, Fiona McGovern, Sarah Kolb, Kerstin Stakemeier, Marcus Steinweg

April 19 − May 19

PiK − Projektraum im KunstWerk

Deutz-Mülheimer Straße 127   

51063 Köln

Review by Nelly Gawellek on KubaParis

Review by Ellen Wagner on Artblog Cologne

Max Schaffer, attributes of modification (Hill Arches) 2012 / 2013 / 2018, four PVC mesh tarpaulins, yarn, dimensions variable, Courtesy the artist, Galerie Gabriele Senn, Vienna
Max Schaffer, Follower 2015 – 2018, mattress samples, polaroids, various dimensions, Courtesy the artist, Galerie Gabriele Senn, Vienna
Marcel Hiller, Deep Sea Dweller 2018, Metal, laquer, neon, maglite, Courtesy the artist
Katrin Mayer, rubber sheeting 2018, 3 Tableaus:, 4.1 Rubber Sheet Dermographia, 4.2 From Product to Fetish, 4.3 Rubber Poisoning, Courtesy the artist
Sven Johne, A Sense of Warmth 2015, HD video, 15:35 min, Courtesy the artist, KLEMM'S, Berlin and Galerie Nagel Draxler, Köln, Berlin


Wie sehen heutige Formen von Intervention aus und inwiefern ist dabei die Subversion herrschender Wissensformationen möglich? Was passiert, wenn die eigene kritische Haltung, das Stören, die Überraschung und das Brechen der Erwartungshaltung selbst schon erwartet oder gar vorausgesetzt werden? Die Künstler*innen der Ausstellung Field of Codes arbeiten mit Strategien, bei denen durch Wahrnehmungsverschiebungen, Eingriffe und die Übertragung von Wissen aus einem vertrauten in einen fremden Bereich Bedeutungsebenen und Codes durcheinandergebracht werden. Es ergeben sich Fragen nach der Authentizität und dem Beweischarakter von Informationen sowie nach dem Spannungsverhältnis zwischen Fakt und Fiktion in der künstlerischen Arbeit.
  Neben den Arbeiten der Künstler*innen erscheint eine Publikation, die als Erweiterung von Field of Codes gedacht, als zweite Ausstellung in  Buchform, sich den im Raum verhandelten Themen auf sprachlicher Ebene nähert. Die Texte der eingeladen Autor*innen entwerfen ein Begriffsfeld, das mit den Arbeitsweisen und Interessen der Künstler*innen in der Ausstellung in Wechselwirkung tritt. Ilka Becker, Hans-Christian Dany, Sarah Kolb, Fiona McGovern, Kerstin Stakemeier und Marcus Steinweg greifen hierfür Begriffe aus theoretischen, aktivistischen, medialen und topologischen Bereichen auf, um sie auf die Fragestellung der Ausstellung zu beziehen.
  Während Katrin Mayer, Max Schaffer und Marcel Hiller in ihrer Arbeitspraxis sehr stark auf den Ausstellungsraum und seine Begebenheiten reagieren und den Großteil ihrer Arbeit vor Ort entwickeln, reflektiert Julian Irlinger das Ausstellen als installatives sich-zum-Raum-Verhalten, das jedoch unabhängig vom konkreten Ortsbezug funktioniert. Die Videos von Sven Johne und Hiwa K bilden ihre eigenen Reflexionsräume.
  Katrin Mayers Arbeitsweise ist eine Art der Archäologie des Wissens. Sie nimmt historische, häufig genderpolitische oder subkulturelle Narrative eines Ortes auf, um sie – ihre Aktualität prüfend – in eine räumlichmaterielle Formulierung zu übersetzen. Dabei arbeitet sie gegen die Fiktion eines vermeintlich neutralen Raumes und zeigt dessen ständige Verflechtung mit Bedeutungen auf. Ausgewählte Spuren aus der Recherche werden derart neu montiert, dass sie spezifische Verschiebungen von Lesarten suggerieren. Es entstehen hybride, temporäre Settings, deren Materialität und Display zu wesentlichen Bedeutungsträgern werden, wobei sie vielfach über ihre Funktion als bloße Mittel hinausgehen. Als methodische Referenz fungiert für Mayer das Textile, in dem Musterbegriff und Strukturbegriff unauflöslich aufeinander bezogen sind und das stets geformt werden muss, um lesbar zu werden. Für die Ausstellung Field of Codes beschäftigt sie sich mit der Geschichte der Kölnischen Gummifäden-Fabrik, in deren ehemaligen Räumen der PiK heute angesiedelt ist.
  Max Schaffer versteht seine Arbeit als prozessorientierte Versuchsanordnung innerhalb eines Kommunikationssystems, mit der er die gesellschaftlichen Beziehungen zwischen Menschen und Dingen, öffentlichem und institutionellem Raum untersucht. Für Schaffers Ausstellungspraxis ist charakteristisch, dass ergänzend zu den von ihm mitgebrachten Arbeiten auch Interventionen direkt vor Ort entstehen. 2012 entwendete er das Lüftungssystem der Wiener Secession, als es nach dem Ausbau zur Entsorgung im Hinterhof des Ausstellungshauses lag. Aus diesem Zusammenhang stammt auch die Arbeit Excessive Access von 2015. Zehn kreisförmige Metallscheiben wurden aus dem neu eingebauten Lüftungssystem der Secession herausgeschnitten, um die Rohre miteinander zu verbinden. Im Ausstellungsraum formulieren sie nun eine Verbindung von Innen und Außen und lassen sich als ironischer Verweis auf eine minimalistische Formensprache lesen. Schaffer eignet sich diese Relikte aus dem institutionellen Zusammenhang an und präsentiert sie als fl exible, auf die Wände des Ausstellungsraums verteilte Markierungen. Mit der Verschiebung von einem funktionalen in ein ästhetisches System thematisiert er darüber hinaus Fragen der Interpretation
und Erwartungshaltung bei der Rezeption von Kunst.
  Marcel Hiller ergänzt den Raum durch Stahlelemente. Diese lassen sich als Kontrapunkte zur Neutralität des Ausstellungsraums verstehen, die in ihrer Pseudofunktionalität nach etwas Unbekanntem im Konsensraum der Repräsentation fragen. Waren seine Objekte früher oft unbearbeitet, so sind die neuen Arbeiten nur noch dem Schein nach Fundstücke oder Abfallprodukte. Die präzise gearbeiteten Objekte verhandeln den Skulpturbegriff jedes Mal aufs neue. Hiller versteht seine Objekte als „fahrige Speicher struktureller Abläufe“, – der Fokus liegt nicht auf ihnen, sondern ist auf ihre Umgebung gerichtet. Damit ist ebenso die räumlich architektonische Umgebung gemeint wie auch ein Bedeutungsraum von Codes, sprachlichen und bildlichen Zeichen. Gruppiert mit Readymades, werden die Objekte zu improvisierenden Akteuren, die sich in vorhandene Strukturen einfügen und von der Brüchigkeit instituierender Prozesse berichten.
  Sven Johne verbindet in seiner Arbeit Fiktion und Realität, um daraus sensible und widersprüchliche Konstellationen zu gewinnen. Die Protagonistin in Johnes Film A Sense of Warmth möchte ihrer digitalen, ausbeuterischen Büro-Arbeitswelt entfliehen, um ihrem Leben mehr Sinn zu verleihen. Sie entscheidet sich dafür, einen Job in einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Ornithologen-Projekt auf einer idyllischen, sonnigen Naturschutz-Insel anzunehmen. Sie erträumt sich ein neues Leben im Einklang mit sich selbst und der Natur, ohne Ausbeutung, ohne Umweltzerstörung, kurz: ohne Kapitalismus. Doch ihr befreiender Eskapismus hat seinen Preis. Basierend auf Zeitungsberichten und persönlichen Gesprächen, vereint A Sense of Warmth die Erfahrungen der heutigen Aussteiger-Generation mit verdrängten Bildern und Narrativen der DDR-Geschichte.
  Julian Irlingers künstlerische Praxis besteht aus Recherchen wie auch dem Sammeln und Zusammenstellenvon Fotografien, Texten und anderen Materialien, deren Funktion und Verbreitung er untersucht. In diesem Zusammenhang beschäftigt er sich mit Prozessen und Mechanismen der Zuschreibung sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Werts im Spätkapitalismus. So setzt er sich beispielsweise in Props mit den Zugangsbedingungen digitalisierter Museen auseinander: auf großformatigen Lentikulardrucken überblendet er die unterschiedlichen Perspektiven, die Internet-Usern beim digitalen Besuch der Frick-Collection von der Museums-Homepage einerseits und Googles Cultural Institute andererseits angeboten werden. Hier interessiert ihn besonders die Kluft, die zwischen dem digitalen und dem institutionellen Ausstellungsraum entsteht. Durch ihre Präsentation auf Metallkonstruktionen erfahren die Lentikulardrucke eine Dramatisierung, die den Bilddiskurs unterstreicht.
  Sind „demokratische Formen des Protestes“ (Hiwa K) wirksam, haben sie aktuell Einfluss auf Veränderung und stärken sie demokratische Werte? Oder sind sie nur machtlose Formen der gesellschaftlichen Zusammenkunft ohne wirklichen politischen Einfl uss und werden langsam zu bloßen öffentlichen Ritualen? Hiwa K hinterfragt in seinem Video May 1 die Naivität von Formen des öffentlichen Protestierens in Deutschland aus seiner Sicht als vor der Diktatur im Irak gefl üchteter Kurde. Auf diese Weise werden eurozentrische Sichtweisen innerhalb von Protestkulturen und damit zusammenhängenden Subversionsstrategien überprüft und in Frage gestellt.

Markus Saile


 

Foto Credits: Alwin Lay

Field of Codes, Publication, Buch, Markus Saile,Marcel Hiller, Julian Irlinger, Sven Johne, Hiwa K, Katrin Mayer, Max Schaffer  Ilka Becker, Hans-Christian Dany, Fiona McGovern, Sarah Kolb, Kerstin Stakemeier, Marcus Steinweg

Katrin Mayer, rubber sheeting 2018, 3 Tableaus:, 4.1 Rubber Sheet Dermographia, 4.2 From Product to Fetish, 4.3 Rubber Poisoning, Courtesy the artist

Marcel Hiller, Deep Sea Dweller 2018, Metal, laquer, neon, maglite, Courtesy the artist

Max Schaffer, attributes of modification (Hill Arches) 2012 / 2013 / 2018, four PVC mesh tarpaulins, yarn, dimensions variable, Courtesy the artist, Galerie Gabriele Senn, Vienna

Max Schaffer, Follower 2015 – 2018, mattress samples, polaroids, various dimensions, Courtesy the artist, Galerie Gabriele Senn, Vienna

Max Schaffer, Excessive Access 2015, ten cut-outs of Vienna Secession‘s ventilation System, galvanized sheet metal, each ø 20 cm, Courtesy the artist, Galerie Gabriele Senn, Vienna

 

Julian Irlinger, Props 2016, Lentikular print, metall, Courtesy the artist, Galerie Thomas Schulte, Berlin

Max Schaffer, attributes of modification (Hill Arches) 2012 / 2013 / 2018, four PVC mesh tarpaulins, yarn, dimensions variable, Courtesy the artist, Galerie Gabriele Senn, Vienna

Max Schaffer, Follower 2015 – 2018, mattress samples, polaroids, various dimensions, Courtesy the artist, Galerie Gabriele Senn, Vienna


 

Julian Irlinger, Props 2016, Lentikular print, metall, Courtesy the artist, Galerie Thomas Schulte, Berlin


 

Max Schaffer, attributes of modification (Hill Arches) 2012 / 2013 / 2018, four PVC mesh tarpaulins, yarn, dimensions variable, Courtesy the artist, Galerie Gabriele Senn, Vienna

Max Schaffer, Follower 2015 – 2018, mattress samples, polaroids, various dimensions, Courtesy the artist, Galerie Gabriele Senn, Vienna


 

Hiwa K, May 1, 2009, Single channel SD video 13:58 min, Courtesy the artist, KOW, Berlin and, prometeogallery di Ida Pisani, Milano/Lucca

Marcel Hiller, Deep Sea Dweller 2018, Metal, laquer, neon, maglite, Courtesy the artist

Marcel Hiller, Deep Sea Dweller 2018, Metal, laquer, neon, maglite, Courtesy the artist

Marcel Hiller, Deep Sea Dweller 2018, Metal, laquer, neon, maglite, Courtesy the artist

Max Schaffer, Follower 2015 – 2018, mattress samples, polaroids, various dimensions, Courtesy the artist, Galerie Gabriele Senn, Vienna


 

Max Schaffer, Follower 2015 – 2018, mattress samples, polaroids, various dimensions, Courtesy the artist, Galerie Gabriele Senn, Vienna


 

Max Schaffer, Follower 2015 – 2018, mattress samples, polaroids, various dimensions, Courtesy the artist, Galerie Gabriele Senn, Vienna

Julian Irlinger, Props 2016, Lentikular print, metall, Courtesy the artist, Galerie Thomas Schulte, Berlin

Max Schaffer, Follower 2015 – 2018, mattress samples, polaroids, various dimensions, Courtesy the artist, Galerie Gabriele Senn, Vienna

Julian Irlinger, Props 2016, Lentikular print, metall, Courtesy the artist, Galerie Thomas Schulte, Berlin

Sven Johne, A Sense of Warmth 2015, HD video, 15:35 min, Courtesy the artist, KLEMM'S, Berlin and Galerie Nagel Draxler, Köln, Berlin

Katrin Mayer, rubber sheeting 2018, 3 Tableaus:, 4.1 Rubber Sheet Dermographia, 4.2 From Product to Fetish, 4.3 Rubber Poisoning, Courtesy the artist

Katrin Mayer, rubber sheeting 2018, Rubber Sheet Dermographia, Courtesy the artist
 

Katrin Mayer, rubber sheeting 2018, Rubber Poisoning, Courtesy the artist
 

Katrin Mayer, rubber sheeting 2018, Rubber Sheet Dermographia, Courtesy the artist
 

Max Schaffer, attributes of modification (Hill Arches) 2012 / 2013 / 2018, four PVC mesh tarpaulins, yarn, dimensions variable, Courtesy the artist, Galerie Gabriele Senn, Vienna
Hiwa K, May 1, 2009, Single channel SD video 13:58 min, Courtesy the artist, KOW, Berlin and prometeogallery di Ida Pisani, Milano/Lucca
Julian Irlinger, Props 2016, Lentikular print, metall, Courtesy the artist, Galerie Thomas Schulte, Berlin


What do forms of intervention look like today, and to what extent is it possible to use them to subvert dominant forms of knowledge? What happens when one’s own critical stance—the disruption, the surprise, and the attempt to defeat expectation—is itself already entirely expected and anticipated? The artists included in the exhibition Field of Codes confound codes and levels of meaning with strategies of intervention, changing perceptions, and transferring knowledge from familiar areas to foreign ones. The exhibition raises questions about authenticity, the character of proof in information, and the tension between fact and fiction in artistic work.
   Along with the artists’ works, a publication will be released that can be seen as an extension of Field of Codes—a second exhibition in book-form that approaches the themes artistically attended to in the exhibition space through language. The invited authors’ contributions form a conceptual field that interacts with the creative approaches and artistic preoccupations displayed in the exhibition. Ilka Becker, Hans-Christian Dany, Sarah Kolb, Fiona McGovern, Kerstin Stakemeier, and Marcus Steinweg cover theoretical, activist, medial, and topological areas of inquiry as they come to bear on the exhibition’s theme.
 Where Katrin Mayer, Max Schaffer, and Marcel Hiller clearly focus on the conditions of the exhibition space itself, developing the majority of their work on-site, Julian Irlinger reflects on exhibiting as a means of installing a self-to-space relation that is, nevertheless, independent of specific location. Sven Johne and Hiwa K’s videos form their own spaces of reflection.

   Katrin Mayer’s approach is a type of archeology of knowledge. It takes up gender political and subcultural histories of a place and—having checked their validity—translate them into a spatial-material formulation. In so doing, she works against the fiction of an allegedly neutral space, betraying the ways that place is constantly intertwined with historical meaning. She reassembles selected traces from her research in such a way as to suggest specific shifts in the way we interpret them. What results are temporary, hybrid settings, whose materiality and manner of display become meaningful signifiers, often exceeding their function as mere intermediaries. For Mayer, textiles serve as methodical testimonies, in which the concept of the pattern is inextricably linked to the concept of structure and must always be formed in order to become legible. For Field of Codes, she dealt with the history of the Kölnische Gummifäden-Fabrik (Cologne Elastic Factory), formerly located at the current site of the PiK.
   Max Schaffer understands his work as process-oriented, experimental arrangement within communication systems. He uses this process of arrangement to investigate the societal relationship between humans and things and the public and institutional spaces they inhabit. It is characteristic of Schaffer’s exhibition practice that he develops direct, on-site interventions as supplement to the work he brings from off-site. In 2012, he stole Vienna Secession’s ventilation system when it was lying next to the construction disposal area in the exhibition house’s courtyard. The work Excessive Access (2015) came from the same context. Ten metal discs were cut from Secession’s recently installed ventilation system to accommodate its network of pipes. In the exhibition space, the discs now indicate a connection between the interior and exterior and can be read as an ironic reference to a minimalist design language. Schaffer appropriated these relics from an institutional context and presents them as flexible markings spread out across the walls of the exhibition space. With the transformation of a functional system into an aesthetic one, he addresses questions of interpretation and expectation in the reception of art.
   Marcel Hiller fills the exhibition space with steel units. These can be understood as counterpoints to the neutrality of an exhibition space, whose pseudo-functionality points to something unknown in representation’s space of consensus. Where his earlier objects were often unprocessed, his new works merely have the appearance of found objects or waste products. These precisely crafted objects negotiate the concept of the sculpture every time anew. Hiller understands his objects as “nervous archives of structural protocols.” The focus is not directed at them but rather at what surrounds them. This includes spatial, architectural surroundings as much as a semantic space of codes and linguistic and pictorial signifi ers. Grouped with readymades, the objects become improvising actors that map onto existing structures and speak to the fragility of institutional processes.
   Sven Johne connects fi ction and reality in his work to derive delicate and contradictory constellations. The protagonist in Johne’s film, A Sense of Warmth, wants to escape her digital, exploitative offi ce-world to give her life greater purpose. To that end, she decides to take a job at a sustainability oriented ornithology project on a sunny, idealistic island nature preserve. She dreams of a new life in harmony with herself and nature, without exploitation and environmental destruction. In short, she dreams of a new life without capitalism. But her liberated escapism has its price. Using newspaper reports and individual accounts, A Sense of Warmth brings together the experiences of today’s drop-out generation with displaced imagery and narratives from the history of the GDR.
   In his artistic practice, Julian Irlinger investigates the function and dissemination of photographs, texts, and other materials that he researches, collects, and assembles. He focusses on processes and mechanisms through which social, cultural, and economic value are attributed in late capitalism. In the work Props, for example, he attends to entry requirements for digital museums: On oversized lenticular prints, he crossfades the respective views offered internet users when visiting the museum homepage of the Frick Collection and the Google Cultural Institute. He is particularly interested in the gap that emerges between digital and institutional exhibition spaces. Given their presentation on metal structures, the lenticular prints undergo a dramatization that underscores the discourse in the printed images.
 Are “democratic forms of protest” possible? Do they have contemporary infl uence on change and do they strengthen democratic value? Or are they only ineffectual forms of societal gathering without actual political influence, having slowly become mere public rituals? In his video May 1, Hiwa K interrogates the naiveté of
forms of public protest in Germany from the perspective of a Kurd, who escaped an Iraqi dictatorship. From this standpoint, he reviews and challenges Eurocentric perspectives in protest culture and their attendant strategies of subversion.


Markus Saile
 

Foto Credits: Alwin Lay